D&D-Tip: Persönliche BH-Beratung in Hannover

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Montag, 30. Dezember 2013

Woran erkenne ich ob ein BH passt?!

Spoiler: Auf die BH-Bügel achten! ;-)

Die Sache mit dem richtigen BH ist bekanntlich nicht so einfach: rund 80% aller Frauen sollen die falsche Größe tragen. So sagt man zumindest, denn obwohl völlig unklar ist, woher diese Zahl kommt, hält sie sich recht hartnäckig. Aber egal, wir schreiben ja hier keine wissenschaftliche Arbeit, da kann man auch mal eine gefühlte Statistik verwenden.
Angesichts dieses riesigen Prozentsatzes muß man sich natürlich fragen, wie diese Fehlerquote zustande kommt. So schwer kann es doch mit der richtigen Größe nicht sein, oder?! Immerhin hat mittlerweile fast jeder Online-Shop für Wäsche eine eigene Anleitung bzw. “Fehlerausschluß-Liste”. Ich fasse mal grob zusammen, worauf man in erster Linie bei der Passform achten sollte…

Die sechs Anfänger-Indizien:

► der Steg liegt an
Wenn der Steg nicht anliegt ist das Körbchen zu klein.

► keine Brötchen/Doppelbrust – der Übergang zwischen Brust und BH ist glatt
Wenn der Körbchenrand in die Brust einschneidet ist das Körbchen zu klein.

► das (Ober-)Körbchen wirft keine Falten
Wenn der Stoff Falten wirft, ist das Cup zu groß.

► Unterbrustband rutscht nicht nach oben und sitzt straff am Körper
Wenn das Unterbrustband im Rücken nach oben wandert, ist es zu weit.

► die Träger schneiden nicht ein bzw. tragen nicht das Brustgewicht
Wenn zuviel Gewicht an den Trägern hängt, ist das Unterbrustband zu weit.

► die BH-Bügel liegen auf den Rippen und nicht auf dem Brustgewebe
Wenn der BH vorne hochrutscht, sind i.d.R die Körbchen zu klein und das UBB zu weit.

Siehe dazu auch d&d: Der erste BH-Paßform-Check sowie bei der BH Lounge: Häufige Probleme und die BH-Checkliste

Verwendet man diese Liste, um festzustellen daß die bisher getragenen BHs gar nicht passen, ist das erst mal völlig unproblematisch. Schwierig wird es erst, wenn man versucht damit zu bestimmen, wie gut ein ‘gefitteter’ BH wirklich sitzt. Also wenn man quasi nicht falsi- sondern verifizieren möchte. ;-) 
Klassischerweise zeichnet einen gefitteten oder auf deutsch ‘angepaßten’ BH aus, daß er ein engeres Unterbrustband (UBB) und größere Körbchen hat als die bisher getragenen Exemplare (die Kombination aus zu weitem Unterbrustband und zu kleinem Cup ist der häufigste Fehler bei der Größenwahl). Tatsächlich neigen viele Frauen in der Euphorie der neuen Größe dazu, ins andere Extrem zu verfallen: statt zu kleine Cups/zu weite UBBs suchen sie sich zu große Cups und zu enge UBBs aus. (Das Phänomen ist auch bekannt als Umgekehrte Buchstabenphobie)

Nächste gute Frage: Warum fällt denn nicht direkt auf, daß die Größe falsch ist?
Die Antwort liegt auf der Hand: Weil alle oben genannten Kriterien erfüllt sind!

Daher muß man zur Beurteilung der Passform weitere Aspekte mitberücksichtigen. MiaRose hat Anfang des Monats in ihrem Beitrag Faktoren die die Passform beeinflussen bereits auf die Problematik hingewiesen, daß man von gemessenen Werten alleine noch nicht auf die richtige BH-Größe schließen kann, weil Brüste selbst noch eine Menge an variablen Eigenschaften mitbringen können.

Ein bekanntes Beispiel für Versuche, solcher Variablen habhaft zu werden sind die Einteilungen in Brustform-Typen wie bei den Busenfreundinnen (Typ 1, 2 und 3) sowie die Breast Shapes bei Reddit’s A Bra That Fits. Die Problematik dabei ist natürlich, daß man meist – mangels Vergleichsmöglichkeiten und Maßstab - erst mal überhaupt gar keinen Plan hat, wie man sich in solchen Aufteilungen verorten soll. Über die eigene Brustform und die jeweiligen BH-Schnitte und mögliche Inkompatibilitäten zu spekulieren, bringt einen da häufig  nicht unbedingt weiter.

Bei den Busenfreundinnen hat sich daher der BH-Bügel als erster Indikator für den richtigen Sitz etabliert wenn man mit der Anfängerliste nicht mehr weiterkommt. 

Welche Funktion hat der BH-Bügel?

Der BH-Bügel bildet die Grundfläche des Körbchens über dem sich das Cupvolumen wie ein Zelt aufspannt. Bei einem eher flachen Körbchen ist dieses Zelt eher wie ein Suppenteller, bei einem tiefen Körbchen gleicht es eher einem Longdrinkglas. D.h. im Verhältnis zur Tiefe des Cups bestimmt sich ob ein BH eher breit- oder eher schmalbügelig ist. Das Volumen sollte idealiter innerhalb einer Körbchengröße erst mal identisch sein.
Für die Anpassung eines BHs heißt das, daß der Bügel möglichst genau die Fläche umfassen sollte, auf der die Brust angewachsen ist (Brustbasis); die Brust wird über die Spannung des Körbchenstoffs stabilisiert und von der Unterbrustbandkonstruktion gehalten – so entfaltet der BH sein optimale Stützwirkung. Die folgende Grafik von Bratabase veranschaulicht, wie unterschiedlich groß diese Fläche sein kann:


Das ist natürlich nur ein Beispiel – Frauen sind alle unterschiedlich. Die Brustbasis kann also eher oval sein, z.B. hochoval oder längsoval, kreisrund und dabei eher klein oder eher groß, die Brust kann tief auf dem Brustkorb sitzen oder eher hoch, nah beisammen oder weit auseinander – das sind alles Faktoren, die man bei der Anpassung eines BHs berücksichtigen muß und über die konkret der Verlauf des Bügels Aufschluß gibt, denn ohne Maßstab ist es natürlich schwierig das herauszufinden.

Der erste wichtige Punkt auf den es zu achten gilt, ist daß der Bügel ausreichend breit ist, also wirklich um die Brust herumführt und nirgends auf dem Gewebe draufliegt. Ich bin mir mittlerweile sicher, daß die ominösen 80% dafür verantwortlich sind, daß Bügel-BHs einen so schlechten Ruf genießen, denn ein zu kleines Körbchen bedeutet natürlich in der Regel auch, daß der Bügel zu schmal ist und ins Brustgewebe drückt und piekst. Der dauernde Druck kann dann in schlimmeren Fällen zu Verhärtungen oder Entzündungen führen. (Wer hat Angst vorm Bügel-BH?) Unter anderem deswegen ist die richtige BH-Größe kein rein ‘kosmetisches’ Problem.

Damit man überhaupt einen aussagekräftigen Sitz des BHs erreicht, also die Passform wirklich beurteilen kann ist es selbstverständlich wichtig, den BH auch richtig anzuziehen – was man echt nicht oft genug sagen kann, denn auch das machen die meisten Frauen falsch und viele brauchen auch einige Versuche um zu verstehen, worum es geht. Also schön den 7-Punkte-Plan angucken, eine eigene Routine entwickeln und üben-üben-üben!

Smile with tongue out

Angenommen wir haben nun sichergestellt, daß alles Brustgewebe sich innerhalb des Körbchens respektive des Bügels befindet, kommen wir zum nächsten Schritt – der Bügelanalyse.
Ich hab mal versucht ein paar Probleme zu illustrieren. Leider ist die Umsetzung nicht so ganz gelungen, von meiner Methode mit der Hand eine Skizze anzufertigen und diese dann abzuphotographieren mal ganz abgesehen. Ich hoffe, man kann trotzdem einigermaßen erahnen, was ich zeigen will. Aber dafür gibt’s ja auch Begleittext…

Ausgangspunkt fürs Trouble-Shooting:
Der Bügel folgt nicht der Brustbasis.

Indizien dafür sind:
► unterhalb der Brustfalte sammelt sich noch Stoff
► der Bügel rutscht immer wieder nach unten
► der Bügel ist zu lang und piekst oben in den Arm/die Achsel
► der Bügel ‘reicht schon fast auf den Rücken’, ist also viel zu breit

Fall 1: Der Bügelverlauf ist zu schmal für die Brustbasis 

buegel zu schmal smll

Was ich versuche hier zu zeigen ist, daß der Bügel nach unten gedrückt wird, weil der Bügel zu schmal für die Brustbasis ist. Manchmal muß das gar nicht so viel sein – manchmal sieht man das nur an am Bügelende, das sich leicht ins Gewebe eindrückt, so daß eine kleine Delle ensteht. In der Regel fällt diese Form von Bügelproblem unter Orange im Glas. (Vgl. auch Orange im Glas – reloaded)
Häufig tritt dieses Phänomen bei Frauen auf, die eine eher längsovale Brustbasis haben. 


Fall 2: Der Bügel ist zu lang für die Brustbasis


Der Bügel liegt nicht in der Brustfalte, weil er einfach zu lang und U-förmig ist. Die Breite ist gar nicht so schlecht, nur die Form ist einfach suboptimal: durch die Länge pieksen die Bügel oben in die Achsel, man kann sie gar nicht so weit hochschieben, daß der Bügel unten in der Brustfalte ‘einrastet’.

Häufig tritt dieses Phänomen bei hoch angesetzen Brüsten auf. Erschwerend kommt hinzu, daß viele Hersteller sehr flache Schnitte (Minimiser) produzieren, die mit den Brusteigenschaften größerer Brüste (diese wachsen ja mehr in die Tiefe als in die Breite) nicht harmonieren.

In beiden Fällen wird wertvolles Körbchenvolumen an den Bereich unter der Brustfalte ‘verschwendet’, d.h. häufig bilden sich dort dann Falten und oben ist das Körbchen zu klein oder zu knapp, obwohl das Volumen theoretisch sogar passt. Hier liegt tendenziell eine Schnitt-Inkompatibilität vor.


Fall 3: Der Bügel ist einfach zu groß/breit


In  meinem dritten Fall ist der Bügel an jeder Stelle ziemlich weit vom Brustende entfernt. Man sagt dazu gerne “die Bügel reichen bis auf den Rücken”. Nun gibt es Frauen, gerade solche, die ein wenig dicker sind, bei denen an der Seite wirklich noch ganz viel Gewebe ist und die deswegen so breite Bügel brauchen, damit diese flach am Körper anliegen und nicht noch nach außen gedrückt werden. In meinem Beispiel soll die Brust (siehe gestrichelte Linie) aber sehr deutlich vor dem Bügelende aufhören – ohne nenneswerte Seitenspeckausläufer. 

Was leiten wir aber nun aus diesem Bild ab? Theoretisch kann es darauf hindeuten, daß ein BH sehr flach geschnitten ist, also die Volumenverteilung des Körbchens nicht mit der Brustform übereinstimmt. Allerdings es oft quasi unmöglich das ohne eine Vergleichsgröße herauszufinden, denn durch die zu breiten Bügel verschiebt sich die ganze Beurteilungsgrundlage.

► Breite Bügel verlängern künstlich das Unterbrustband, es wirkt dadurch länger als es wirklich ist.

► Unterbrustband und Körbchen können nicht ihre ideale Stützwirkung entfalten, weil der Cupstoff nicht durch die Brust “aufgespannt” wird. Häufig führt das dazu, daß man zusätzlichen Halt über die Träger erzeugen muß.

► Die tiefste Stelle des Körbchens verschiebt sich nach außen; so werden die Brüste entweder stark nach außen gedrückt oder der BH ist in Stegnähe zu flach und die Brust fällt zur Mitte aus dem BH, wodurch er wiederum zu klein (!) wirkt.


► Die Bügel neigen dazu, am äußeren Rand auf die Rippen zu drücken, weil sie zu tief nach unten reichen. Gleichzeitig pieksen sie oft in Achseln und Arme.

 
► Die Träger rutschen ebenfalls sehr weit zur Seite, wodurch der BH unter den Armen zu hoch sein kann und entweder der Stoff und oder die Träger reiben und einschneiden. (aka “Seitenproblem”)

Kurz: es wird sehr schwer abzuschätzen, ob der Schnitt einfach nicht zur Brust paßt oder ob es sich um die falsche Größe handelt, d.h. ob nicht der Großteil der genannten Problematiken sich durch eine kleinere Körbchengröße und evtl. ein weiteres Unterbrustband lösen ließen. Indizien für ein zu großes Körbchen wären z.B. ein Unterkörbchen das im Verhältnis zum Oberkörbchen so groß ist, daß eine oben abgeflachte Form entsteht oder einfach, daß der BH sehr bedeckend ist. (Rollkragen-BH)

Meiner Meinung nach ist es also am einfachsten, bei der Suche nach einer passenden Größe und einem passenden Modell erst einmal darauf zu achten, daß die Bügel möglichst gut zum Verlauf der Brustbasis passen – wenn das abgehakt ist, kann man sich den Fragen widmen, ob die Tiefe des Körbchens stimmt und ob die Volumenverteilung des Cups mit der Brustform harmoniert. 

Möglichst gut heißt natürlich immer, daß man erst mal austesten muß, was der Markt hergibt – BHs werden in der Regel ja nicht maßgefertigt sondern als Konfektionsware mehr oder weniger gut auf die durchschnittlichen Bedürfnisse der Zielgruppe hin konzipiert. D.h. mit etwas Glück findet man eine Marke oder ein paar Modelle, die den eigenen körperlichen Voraussetzungen recht nahe kommen. Man kann natürlich aber auch Pech haben und nichts finden, was gut funktioniert. 

Allerdings scheint es so eine Tendenz zu geben, wenig mit Größen zu experimentieren und statt dessen sehr vorschnell zu einem Inkompatibilitätsurteil zu kommen, also eher zu sagen “Daß es nicht paßt liegt am Schnitt” als “Daß es nicht paßt, liegt an der Größe”. Ich habe das des öfteren bei den Busenfreundinnen in der Galerie beobachtet, aber auch in der Brablogosphere kommt das häufiger vor. Und sogar beim Live Fitting ist es schon passiert, daß nach einem Fehlversuch mit einer Größe eines Modell die Motivation es noch einmal mit einer anderen  zu versuchen, deutlich sowohl bei Kundin als auch Brafitterin nicht mehr richtig in Frage kam. Dabei hat ja gerade Offline-Fitting in der Regel den riesigen Vorteil, daß man sich problemlos und zeitnah durch weitere Größen eines Modells probieren kann, während das bei allen die auf Onlineshopping angewiesen sind schwierig ist. (Denn wer bestellt schon immer vier, fünf Größen zum Vergleich?)

Keine Ahnung, warum da so viele Frauen zum Fatalismus neigen. Ich kann nur zu mehr Experimentierfreunde raten. Bra Fitting funktioniert in der Theorie nämlich leider immer nur so lala.
So, das war jetzt mein letzte theoretische Bra Fitting-Abhandlung des Jahres. Ich hoffe, ihr konntet einigermaßen folgen und es bringt euch so ein bißchen was. Über Nachfragen und Kommentare freu ich mich natürlich wie immer.
 

Endnotizen:
Gute Hinweise wie man herausfindet, wo die Brust zu Ende ist gibt es im BraWiki der Busenfreundinnen.

Einen ganz großartigen, sehr ausführlichen Passform-Check hat Anna vor ein paar Wochen auf Bras and Body Image veröffentlicht: Troubleshoot your bra size [englisch]

Auch noch mal ein Hinweis auf einen sehr interessanten Gastbeitrag bei Lingerie Addict, Bra Wires 101 – A Basic Guide by Lyzzy Beswick. [englisch]

Sonntag, 22. Dezember 2013

Rotes für Drunter an Silvester

So langsam hält der Brauch, an Silvester rote Unterwäsche zu tragen, auch in Deutschland Einzug. Ursprünglich kommt die Tradition v.a. aus Italien und Spanien. Rote Unterwäsche, so heißt es, soll Glück für das neue Jahr bringen. Wenn ihr euch auch etwas Rotes für Darunter zulegen möchtet, habe ich hier eine kleine Auswahl für euch:


 Curvy Kate Princess in scarlett/chilli

Princess ist eines der Basismodelle von Curvy Kate, das es jede Saison auch in neuen Farben gibt. Ich komme mit dem Modell leider nicht zurecht, weil meine Brüste hochangesetzt sind und ich eher klein bin. Dadurch schneiden die Körbchen und Träger dann unangenehm vor den Armen ein. Wenn ihr aber größer seid, breite Schultern habt oder tief angesetzte Brüste, ist Princess auf jeden Fall einen Versuch wert! Größenbereich: 28-40 D-K, 42-44 D-G.


 Elomi Renee in red

Hach ja, ich bin großer Elomi-Fan, auch wenn ich nicht in den Größenbereich falle. Aber für Frauen ab Unterbrustband 34+ mit größeren Körbchen ist Elomi fast unschlagbar! Renee ist ein stabiler Vollschalenschnitt bzw. Full Cup. Von außen kann das Tüllmaterial etwas kratzig wirken, ich habe mir aber sagen lassen, dass sich die Körbchen von innen an der Brust angenehm anfühlen. Größenbereich: 34 G-JJ, 36-42 E-JJ, 44 E-G.


 Ewa Michalak 3D Pieprzy

Die polnische BH-Produzentin Ewa Michalak hat kürzlich zwei niedliche "Marienkäfer-Modelle" herausgebracht (wie sie im Busenfreundinnen-Forum liebevoll genannt werden). Der 3D-Schnitt ist für kleinere Brüste gedacht. Er ist gefüttert und hat herausnehmbare Kissen, was praktisch ist, wenn ihr z.B. ungleich große Brüste ausgleichen wollt oder eure Brüste ein wenig mehr pushen möchtet. Größenbereich: 65 A-F, 70 AA-E, 75 A-DD, 80 A-D.


Ewa Michalak S Pieprzy

Der S-Schnitt ist ebenfalls gefüttert mit herausnehmbaren Kissen und wurde für größere Körbchen konzipiert. Er funktioniert auch gut, wenn ihr eher weiche Brüste habt (hab ich mit meinen bereits getestet) und schmale Bügel mit einigem an Tiefe nach vorn braucht. Ich mag übrigens die verschiedenen Körperformen und BH-Größen der Ewa Michalak-Models sehr gern, weil frau so gleich eine viel bessere Vorstellung davon bekommen kann, wie die Sachen in verschiedenen Größen sitzen! Größenbereich: 65 F-GG, 70 E-K, 75 DD-KK, 80 D-KK, 85 D-KK, 90 E-K, 95 E-JJ.


Fantasie Vivienne Side Support Plunge Bra in red

In der Vivienne-Serie von Fantasie gibt es zwei BH-Modelle, ich meine hier das Modell mit Artikelnummer FL2112. Es eignet sich gut, wenn eure Brüste im oberen Bereich weniger Volumen haben (für mich ist er darum nicht so gut geeignet). Ich finde das Modell live mit seinen Stickereien sehr schön, das fangen die Werbebilder irgendwie gar nicht richtig ein. Größenbereich: 30-32 D-GG, 34-36 C-GG, 38 C-G, 40 D-FF.


 Fleur of England Love Balcony Bra in scarlett-fuchsia

Wen es nach Luxus und Seide gelüstet, dürfte bei Fleur of England an der richtigen Adresse sein. Leider außerhalb meines Budgets besuche ich ihre Seite immer, wenn es mich nach Augenfutter und Schwelgereien dürstet. Größenbereich: 28DD-G, 30 C-G, 32 A-F, 34 A-GG, 36 A-F (es sind aber nicht mehr alle Größen erhältlich).


Freya Gem Half Cup Bra in rouge

Auch wenn ich nicht in den Größenbereich dieses Modells falle, ist es mir ans Herz gewachsen, weil ich es mittlerweile an einigen Frauen habe toll sitzen sehen! Gerade für kleinere Unterbrustumfänge und Körbchengrößen ist es gut geeignet (Stichwort "Kleine Breitbrust"), weil die Bügel etwas breiter und die Körbchen nicht so tief sind. Und bequem soll er auch noch sein! Größenbereich: 28-30 D-F, 32-38 B-F.

Freya Gem Balcony Bra in rouge

Der Gem Balcony Bra wiederum ist für Frauen geeignet, die schmalere Bügel und tiefere Körbchen brauchen. Er sitzt besonders gut, wenn ihr mittleres Volumen im oberen Brustbereich habt. Ich selbst hab ihn in 30G, weil ich aber viel Volumen im oberen Brustbereich habe, schneidet er am Körbchenrand etwas ein. Wegen des tollen Designs und der hübschen Unterteile konnte ich trotzdem nicht widerstehen und trage ihn zuhause. Ab Körbchengröße GG+ hat der BH übrigens einen deutlich höheren Steg als auf dem Werbebild zu sehen ist und ich bin von der Passform und Stabilität von Freya BHs im GG+ Bereich leider nicht überzeugt. Probieren könnt ihr ihn natürlich trotzdem! Größenbereich: 28 D-J, 30-36 D-K, 38 D-J.

Masquerade Angie in red/black

Die Halbschalen-BHs von Masquerade finde ich meistens richtig gut. Leider konnte ich den Angie noch nicht selbst probieren, hab ihn aber in 32DD live gesehen, wo er nicht nur gut saß, sondern auch sehr edel wirkte. Früher oder später werde ich mir ihn also mal in 32G schnappen und hoffen, dass er an mir auch gut sitzt! Ein wenig schade finde ich, dass das Modell nicht bis H-Körbchen hergestellt wird. Größenbereich: 30-38 D-G.

Panache Sienna in black/spice

Oh Sienna, meine unerfüllte Liebe! So schön der BH auch ist, für mich ist er völlig ungeeignet. Die Körbchen sind flach geschnitten und die Bügel sehr u-förmig. Um die nötige Körbchentiefe zu erreichen, muss ich also ein größeres Körbchen nehmen (30H) und ende dann mit Bügeln, die mich unter der Achseln aufspießen. Allerdings klare Empfehlung für alle, die flache Körbchen brauchen und tief angesetzte Brüste haben, dann sitzt der BH nämlich bombastisch! Größenbereich: 30-38 D-K.


Parfait by Affinitas Charlotte Padded Bra in red/black

Der Charlotte Padded Bra hat in den letzten Monaten in der Bloggerszene für Furore gesorgt. Nicht nur wegen der Größenausweitung bis zum K-Körbchen, sondern auch aufgrund seiner Vintage-angehauchten Optik. Für mich hat das Modell leider nicht funktioniert, denn es hatte zu breite Bügel und flache Körbchen, außerdem schnitten die Träger vor den Achseln ein. Wer aber genau diese Merkmale breiterer Bügel und flacherer Körbchen sucht, hat hier einen hübschen und recht preiswerten BH gefunden! Größenbereich: 28-40 D-K.



PrimaDonna Couture Balcony Bra in red kiss

Aus der relativ neuen Couture-Serie von PrimaDonna habe ich dieses Modell mit Artikelnummer 0162583SRE zwar noch nicht probiert, das habe ich allerdings noch vor, weil ich es sehr hübsch finde! Bei meinen bisherigen Erfahrungen mit anderen PrimaDonna BHs fand ich die BHs immer sehr bequem, weil sie eher kurze und oft schmalere Bügel haben und die Körbchen und Träger vor den Achseln nicht einschnitten. Sie scheinen mir also gut geeignet zu sein für hoch angesetzte Brüste, einen kurzen Oberkörper oder kleinere Frauen. Das Größenspektrum von PrimaDonna ist leider nicht so groß wie bei einigen britischen oder polnischen Marken. Größenbereich: 65-90 E-G, 95 E-F (für kleinere Körbchengrößen gilt Artikelnummer 0162582SRE, Größenbereich: 65 D, 70-95 C-D).


PrimaDonna Twist So Chic Padded Bra in miss kitten

Die Idee mit den aufgedruckten kleinen schwarzen Katzen finde ich zwar süß, leider aber sind Twist-BHs mit mir nicht kompatibel (weder die Schalen- noch die ungefütterten Modelle). Wer aber flachere Körbchen und breitere Bügel sucht, könnte die Marke probieren! Der gezeigte Padded Bra hat Artikelnummer 0241270SST, Größenbereich: 65 D-E, 70-95 C-E. Für etwas größere Körbchen hat das Modell  Artikelnummer 0241271SST, Größenbereich: 65-85 F-G, 90 F.


 SugarShape Ruby

Zu SugarShape kann ich noch keine eigenen Erfahrungsberichte beisteuern, aber ich spoilere mal ein bisschen, denn wir haben schon was Zuckriges in der Pipeline für einen der nächsten Blogbeiträge. Ruby jedenfalls ist ein leicht gefüttertes Balconette-Modell, das sich schon auf meiner Probierwunschliste befindet, weil mir die Farbe so gut gefällt! Wie ihr vielleicht schon wisst, hat SugarShape ein eigenes Größensystem und es gibt den BH für Unterbrustumfang 65-90 und Brustumfang 82,5-112,5.


Tutti Rouge Mae in deep berry/black


Mae scheint auf dem Modell Sophia zu basieren, das ich mir aus der Debütkollektion von Tutti Rouge zugelegt hatte. Der untere Körbchenteil ist gefüttert, über der Quernaht befindet sich leicht transparentes Tüllmaterial. Ich schließe jetzt mal von meinem Sophia auf Mae und würde tippen, dass der BH gut geeignet ist, wenn ihr etwas breitere Bügel und flachere Körbchen braucht. Für mich war der Schnitt nicht ganz ideal, aber ich wollte diese neue Marke gern unterstützen und hab mir das Sophia-Set deshalb gekauft. Im Vergleich mit anderen Modellen von Tutti Rouge wie z.B. Betty oder Liliana fällt Sophia/Mae nicht ganz so flach aus. Und hübsch sind die BHs allemal, finde ich! Größenbereich: 28-38 DD-HH.


What Katie Did Rita in sheer red

Seit einer Weile fühle ich mich mehr und mehr zu Vintage- und Retro-inspirierter Unterwäsche hingezogen. Zwangsläufig bin ich dabei auf Firmen wie Kiss Me Deadly und What Katie Did gestoßen. Wie bei den meisten Independent-Lingerie-Herstellern ist das Größenangebot ihrer BHs recht eingeschränkt, aber die Unterteile und Strumpfhalter lassen sich mit ein wenig Fantasie oft gut mit anderen BHs oder BH-Sets kombinieren. Die Strumpfhalter beider Marken (mit jeweils 6 Bändern inkl. Metallclipsen) haben übrigens einen genialen Halt und um den Rita-Strumpfhalter schleiche ich herum, seit ich ihn das erste Mal gesehen habe! Größenbereich: 32-36 B-DD.


Ich selbst muss ja zugeben, dass ich mir um rote Unterwäsche für Silvester bislang keine Gedanken gemacht habe und auch dieses Jahr vorhabe, einfach etwas drunter zu tragen, auf das ich gerade Lust habe bzw. das gut zum Rest meiner Kleidung passt.

Wie sieht es bei euch aus? Tragt ihr rote Unterwäsche an Silvester? Und falls ja, welches Modell wollt ihr dieses Jahr tragen?

Anja ist seit November 2013 mit dabei. Eigentlich Diplom-Psychologin hat sie nach ihrem Studium erst einmal ihre Leidenschaft für Lingerie und die richtige Passform zum Beruf gemacht und arbeitet derzeit als Bra-Fitterin. Ihren Vorstellungpost findet ihr hier: Neue Autorin an Bord. Seit Juni 2014 schreibt Anja auch ihren eigenen Blog: Everyday Boudoir.

Dienstag, 17. Dezember 2013

D: Das regenbogen-pupsende Einhorn

Das regenbogen-pupsende Einhorn symbolisiert a) meine Liebe für die TV-Serie Supernatural, b) etwas was wunderbar aber fiktiv ist oder c) beides.

Heute geht es allerdings nicht um meine Liebe für leicht ausgelutschte TV-Formate mit hochproblematischen Darstellungen von Frauen sondern um eines meiner metaphorischen Einhörner, nämlich gut sitzende Blazer für vollbusige Menschen, die offen und geschlossen hübsch aussehen. Ich habe eine Schwäche für Blazer, sie werten, meiner Meinung nach, jedes Outfit auf und sind der Strickjackes erwachsenen coole Schwester. Meine Suche nach dieser mythischen Kreatur war lang und voller Enttäuschungen. Im Laufe der letzten Jahre hatte ich bestimmt hunderte von ihnen an. Von verschiedenen Marken, aus verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen Taillen- und BH-Größen. Selbst Pepperberry und Urkye waren Enttäuschungen. Beide hatten genug Raum für die Brust sahen dafür aber offen mehr als leicht nach Kartoffelsack aus. Ich dachte schon ernsthaft darüber nach dem Rat zu folgen einfach einen zu kaufen, der viel zu klein ist und ihn dann nur offen zu tragen. Tja, und dann durchstöberte ich an einem Freitagnachmittag eine der drei örtlichen Boutiquen und irgendwie machte es klick und ich beschloss zu akzeptieren, dass es Einhörner, besonders die die Regenbogen pupsen, ins Land der Mythen gehören. Zumindest noch oder schon wieder. Von daher sieht mein Weihnachtsgeschenk an mich selbst wie folgt aus:



Am farb- und mustergetreusten. 

Hilfreich bei diesem Modell namens Opus Juno Structure ist die Länge, kurz genug um nicht nach einer Box auszusehen aber nicht lang genug um Probleme an meinen Hüften zu verursachen. Außerdem eine dreier Knopfleiste, die verhindert, dass es oben aufklafft. Und natürlich die Freundinnen jeder Taille: Prinzessinennähte (im Zoom auf der Webseite zu sehen)! Darüber hinaus ein dicker, weicher Baumwollstoff, der relativ dehnbar ist aber nicht so dünn, dass er Falten wirft oder zu 'gemütlich' aussieht.
Ist sie perfekt? Nein, natürlich nicht. Zu machen kann ich sie gerade so ohne, dass der Knopf droht abzuspringen. Auch in der Taille könnte sie ein bisschen enger sitzen und ein Ticken länger wäre auch nicht schlecht. Aber es ist schon okay so und sieht besser aus als 80% der Blazer die ich vorher an hatte.



Und was ist euer Einhorn? 

MiaRose bloggt seit Ende 2011 auf Drüber&Drunter. Neben Brafitting schlägt ihr Herz für sinnvolle/lose Diskussionen, gutes Essen, Jugendliteratur und allerlei anderes popkulturelles Gedöns. Ihre aktuellen Maße sind (94) 97 (96)-73-101. Ihren Vorstellungspost findet ihr hier: Me, myself and I.

Freitag, 13. Dezember 2013

Von Alltags-BHs, Fullcups und Rückenschmerzen

Eigentlich arbeite ich seit längerem an einem Passform-Check für Fortgeschrittene, der an MiaRose’s Beitrag Faktoren die die Passform beeinflussen anschließen soll. Uneigentlich bin ich gerade zu unkonzentriert umd das ordentlich zu strukturieren und zu durchdenken. Deswegen habe ich mal wieder ein Übersprungsthema aus der Schublade geholt: die Gemütlichkeitsfrage.

Die richtige Größe und ein passender Schnitt müssen nämlich noch nicht bedeuten, daß sich ein BH im Alltag bewährt. Ihr kennt das vielleicht – traumhaft schönes Modell, ihr probiert an, es paßt, es formt toll, alles ist prima. Und dann nach einem Tag tragen (oder manchmal erst nach mehreren) kommt das böse Erwachen – der BH zwickt und zwackt, oder, am allerschlimmsten, er verursacht Nackenverspannungen.

Während man dem Zwicken und Zwacken häufig mit allererlei Tricks Herr werden kann (BH-Verlängerer, Abpolstern von kritischen Stellen etc.) ist gegen die Verspannung kein Kraut gewachsen. Man kann es natürlich mit Schulterpolstern versuchen (gibt es bspw. aus Silikon) um den Druck etwas besser zu verteilen, aber das deutet schon aufs eigentliche Problem hin: es hängt zuviel Brustgewicht an den Trägern. 

Was zuviel ist, ist natürlich individuell unterschiedlich – einige Frauen sind da sehr empfindlich, andere gar nicht. Vermutlich hängt es auch einfach an der individuellen Anatomie, ob der Träger tendenziell über eine sehr sensible Stelle läuft oder nicht. 

Jedenfalls wäre mein Ratschlag, gerade bei BHs die ihr oft tragt darauf zu achten, daß die Konstruktion stabil genug ist, den Hauptteil des Brustgewichts abzufangen. Bei Balconette-Schnitten, die sehr stark heben, ist das häufig nicht der Fall. Ihr könnt dazu einfach mal versuchen, den BH ohne Träger zu tragen – ich mach das manchmal im Sommer beim Sonnen, daß ich die Träger von BH und Spaghetti-Top runterstreife und eine Weile so rumsitze, auch mal aufstehe und mich ein bißchen bewege. Wenn das mit einem BH nicht geht, weil er sofort komplett nach unten wegrutscht/-klappt, hat man schon einen Kandidaten, der tendenziell Probleme bereitet. 

Die heftigsten, BH-bedingten Verspannungen meines Lebens habe ich mir in einer Phase zugezogen, als ich quasi ausschließlich drei Plunge-Modelle (1. Generation) von Ewa Michalak getragen habe – die Form und der '”Uplift” (Hebewirkung) waren phantastisch, aber nach zwei Wochen oder so hatte ich einen Nacken aus Stein und taube Stellen am Arm. Zähneknirschend mußte ich mir damals eingestehen, daß die Teile zwar mal toll für einen Tag sind, aber pausenlos tragen einfach nicht drin ist.

Seither habe ich ein genaueres Auge darauf, wo gerade das Problem für Verspannungen liegen könnte (neben dem BH-Modell sind die Klassiker zu wenig Bewegung, zuviel Schreibtisch, Psychosomatik, mal wieder zu viel auf Barhockern rumgeflezt oder auf dem Bauch im Bett gelegen und in mein Laptop getippt). Wenn ich merke, daß es mal wieder kritisch wird, greife ich auf folgende Modelle zurück: den Freya Deco Strapless, den ich i.d.R. mit überkreuzten Trägern trage, einen alten Panache Harmony FullCup und alle möglichen Klone des Panache Ariza (Saffron, Elsa).

Wie wahrscheinlich viele greife ich sonst eher zu balconette-igeren Schnitten – meine große Liebe galt lange dem Cleo Lizzie (leider ist er mir gerade ein Cup zu klein). Abgelöst wurde diese Leidenschaft durch meine Euphorie für den Panache Jasmine. Beide sind jetzt keine Übeltäter was Verspannungen angeht, aber wenn ich schon angeschlagen bin, helfen sie mir auch nicht weiter. Daher mein Pladoyer für Fullcups (zu deutsch: Vollschale). Der Clou an einem Full-Cup ist, daß ein großer Teil der Stabilität aus dem Unterkörbchen kommt, was häufig zu einem eher moderaten Hebe-Effekt führt, aber eben auch dazu, daß die Träger wenig belastet werden.

Klassische Vollschale mit eher mittig angebrachten Trägern. Ist eher selten bis kaum zu finden.

 


Weiter verbreitete Mischform mit Tendenz zum Balconette-Schnitt. der Träger ist meist relativ weit außen, aber noch am Obercup angebracht. Ein bekanntes Beispiel für diesen Schnitt wäre der Tango von Panache.



Sehr verbreitete Form des Fullcups mit Seitensichel/ -stütze (Side-Support), ebenfalls häufig mit recht weit außen angebrachten Trägern.

 Illustrationen von Avocado.com.pl

Auf den internationalen BraBlogs wird viel über die optimale Passform bei “Full on top breasts” geschrieben und weshalb klassische Full-Cup-Schnitte für die Brustform häufig suboptimal sind. Ein super Beitrag dazu ist Why Do Full-On-Top Boobs Look Pointy in Full-Cup Bras? auf Bras I Hate & Love. Ich würde da weitestgehend zustimmen (wobei der gezeigte Loretta ein besonders extremes Beispiel und ziemlich eindeutig zu klein ist). Allerdings finde ich es vertretbar, zugunsten des Komforts Abstriche bei der Kompatibilität und der Form zu machen (und den BH ggf. eine Nummer größer als andere Schnitte zu wählen). Daß ein Ariza nicht so rund formt wie ein Marcie: geschenkt! Wenn gerade mal wieder Aua-Aua-Alarm ist, ist mir das herzlich egal. 

Ein BH ist in erster Linie Unterwäsche, d.h. auch unattraktivere Modelle sind unterm Pulli nicht als solche erkennbar (höchstens wenn sie ausgeprägt raketig formen). Insofern ist es auch wichtig, manchmal nach Pragmatik zu entscheiden und ästhetische Kriterien außen vor zu lassen. Ausgerechnet die vielgeschmähten Full-Cup-Schnitte sind nämlich manchmal echt eine gute Sache. Wer z.B. ins Größenspektrum von Elomi fällt und noch nie ein Modell der Marke probiert hat, sollte mal sein Glück versuchen – es könnte sich lohnen. 

Vielleicht noch ein Wort zu den vielfach bevorzugten Schalen-BHs – der Irrtum, eine Schale gebe mehr Halt als ein BH aus einfachem Stoff, hält sich recht hartnäckig. Grundsätzlich ist dem nicht so: ein Stoff-BH kann genauso viel oder auch mehr Support geben wie/als ein Schalen-BH. Mein Eindruck ist eher, daß viele Schalen-BHs ‘schnittbedingt’ in sich nicht so stabil sind, daß den Trägern nicht doch noch eine signifikant tragende Funktion zukäme – d.h. daß es letzten Endes auch wieder an der Form liegt und nicht so sehr am Material wieviel vom Brustgewicht ein Modell über Körbchen und Unterbrustband abfangen kann.

Wer die Möglichkeit hat: häufiger mal das Modell wechseln ist - wie bei Schuhen auch - immer eine gute Idee.

Was ist euer liebster Alltags-BH?


Meine Perspektive: ich trage gerade die BH-Größe 32J, die besagten Ewa Michalak-BHs sind 70Ks und der Deco Strapless paßt mir in 34GG (32H/HH wäre sicherlich noch besser, gibt es aber leider nicht.)

Weiterführend:  

Samstag, 7. Dezember 2013

No Shave November - ein Mißverständnis

Vor ein paar Wochen stolperte ich auf dem tumblr der Kurvendiskussionen über ein Foto unrasierter Frauenbeine und eine flammende Rede gegen die Forderung, daß Frauen doch bitte nicht am No Shave November teilnehmen möchten. (Link zum Beitrag)
Ist ja interessant, dieser No Shave November, dachte ich mir, eine Aktion gegen das Enthaarungsgebot für Frauen und praktischerweise auch in einer Jahreszeit (in unseren Gefilden), in der es eh keinem auffällt. Ohne drüber nachzudenken hatte ich schon mitgemacht - denn meine Beine haben schon seit Monaten keine Rasierklinge mehr aus der Nähe gesehen. 

Eigentlich ein schönes Thema für den Blog, dachte ich weiter und setzte es auf meine imaginäre "Sachen über die ich noch mal was sagen könnte"-Liste. Der Monat neigte sich dem Ende, das schlechte Gewissen über meine trotz aller guter Vorsätze nicht steigenden Posting-Dichte wuchs und so tippte ich brav die Schlagworte in die Suchmaschine um der Sache mit dem Rasierstreik auf den Grund zu gehen.

Gefunden habe ich etwas, womit ich gar nicht gerechnet hatte: auf der Seite no-shavenovember.com erwartet mich ein bärtiges Symbol mit Hut. Bärtig wie Mann. Hut auch wie Mann. Eindruck: Jetzt bin ich verwirrt.
Das Ziel von No-Shave November sei, steht da zu lesen, Aufmerksamkeit für Krebs zu schaffen, indem man sich die Haare wachsen läßt, die KrebspatientInnen verlören. Das Geld das man sonst für Rasieren ausgebe solle man für Aufklärung und Vorbeugung usw. spenden. Die Webseite ist Teil einer Awareness-Kampagne der American Cancer Society. Daß man sich auch als Frau trotz bärtigem Hütchen-Symbol noch angesprochen fühlen darf, verrät der Subtext, also Aufforderungen wie "skip that waxing appointment" und "let those legs get mangly" ("Mangly" sagte mir gar nichts, nach dem Urban Dictionary zu urteilen, könnte es sich da um ein Portemanteau aus 'manly' und 'ugly' handeln.) Soweit mir bekannt ist Waxing und Beine rasieren immer noch zu großen Teilen Frauensache.

Zwei weitere Klicks weiter (bei Wikipedia und auf der Website movember.com) erfahre ich, daß es den sogenannten Movember bereits seit 2004 gibt und mit dem Stehenlassen von Schnurrbärten Aufmerksamkeit für das Thema männliche Gesundheit, spezifischer Prostata- und Hodenkrebs, erzeugen möchte. Tatsächlich ist Movember auch mehr als ein Portemanteau aus November und Mustache (Schnurrbart) - nämlich eine weltweit operierende NGO, die Movember Foundation. MoSisters sind hier explizit nur noch die Frauen die Schnurrbärte lieben und die Männer aka MoBros supporten. Na, dankeschön!

Meine vierte Anlaufstelle beim Urban Dictionary dann auch angekommen am Tiefpunkt des Rumgemackers - da wird (keine Ahnung wie selbstironisch) das Abfeiern von Maskulinität qua Nicht-Rasieren als Hintergrund des NoShaveNovembers festgehalten. Tja... soviel zu nicht-rasierten Frauenbeinen.

Damit erschloß sich mir dann auch der Zusammenhang zum Mitmachverbot: Körperhaare stehen lassen ist natürlich keine 'weibliche' Sache, wie konnte ich das nur mißverstehen?! Frauenhaare sind eklig und unhygienisch und auch in Fällen einer politischen Kampagne nicht vertretbar. 

Was soll ich sagen?! Ich bin ein bißchen enttäuscht. (Euphemismus) Was ich da naiverweise für eine progressive Aktion für mehr Diversität verstanden hatte, ist trotz natürlich irgendwie sinnvollem Hintergrund (Cancer Awareness) weitestgehend doch nur so eine Mainstream-Veranstaltung, die an der bestehenden (Geschlechter-)Ordnung festhält und das 'subversive' Unterlaufen der Kampagne ist leider nur eine Randerscheinung.

Fest steht für mich jedenfalls, daß ich nächstes Jahr bewußt mitmache! Ein Hurra auf hairy legs!
Und wie haltet ihr's so mit der Rasierklinge?







Montag, 2. Dezember 2013

D: Faktoren die die Passform beeinflussen

Auch gute Größenrechner liegen mal daneben. Warum ist das so? Ich weiß noch, wie ich am Anfang meiner Fittinggeschichte auf einen Rechner stieß der sehr oft empfohlen wurde und dann dachte prima, endlich kann es losgehen. Ganz so einfach war es dann aber doch nicht. Denn es gibt viele Faktoren die den Sitz eines BHs und die Größe beeinflussen, die wenig mit dem gemessenen Unterbrustumfang (UBU) oder Brustmaß zu tun haben. Das erklärt auch warum auch zwei Frauen mit exakt gleichen Maßen im selben BH unterschiedliche Größen tragen.

(Kopflose und armlose) Vogelperspektive -
oben eine breite, unten eine schmale Brustbasis
Breite der Brustbasis: Die Brustbasis ist die Fläche auf der das Brustgewebe am Oberkörper ansetzt. Eigentlich ist es ganz einfach: Eine breite Brustbasis, also eine solche die horizontal viel Platz auf dem Brustkorb einnimmt, braucht breite Bügel. Wie weiß mensch denn aber ob mensch eine breite Brustbasis hat? Zieh deinen BH aus und drück deine Brust mit der Hand leicht gegen den Brustkorb und dann in Richtung Achsel. Es sollte sich eine Falte bilden. Mal diese nach. Wo verläuft diese Linie im Vergleich zum Abdruck des Bügels? Wenn der Bügel vor der Linie liegt ist er zu schmal. Liegt er dahinter ist er zu breit. Tendenziell sind kleine Brüste eher Breitbrüste, während große Brüste oft eine schmale Brustbasis haben. Eine breite Brustbasis braucht auch oft flachere Körbchen, weil sich das Volumen auf einer größeren Fläche verteilt, während eine schmalere Brustbasis tiefere Körbchen braucht. Allerdings kann auch ein Mensch mit schmaler horizontaler Brustbasis ein relativ flaches Körbchen brauchen, wenn die Brustbasis sehr hoch reicht.





  Höhe der Brustbasis - Gleiches Volumen, unterschiedliche
Volumenverteilung; Oben von links: mehr, gleich viel,
wenig Volumen im oberen Bereich; Unten von links:
Wenig und viel Volumen im oberen Bereich
Höhe der Brustbasis: Hier geht es darum wie hoch das Brustgewebe reicht, bzw. wie groß die vertikale Brustbasis ist. Wenn ich meine Brust anhebe und leicht gegen den Brustkorb drücke, dann fühle ich Brustgewebe bereits kurz unter dem Schlüsselbein. Es entsteht außerdem eine Wölbung nach außen. Ich habe also eine hoch reichende Brustbasis, bzw. mein Brustvolumen ist im oberen Bereich. Bildet sich eine prominente Falte, ist das meiste Volumen wahrscheinlich im unteren Bereich. Brüste mit viel Volumen im oberen Bereich brauchen offene Schnitte. Das heißt Halfcups und Plunges und einige Balconettes funktionieren, Full Cups dagegen schneiden oft ein. Diese funktionieren dafür oft gut an Brüsten mit viel Volumen im unteren Bereich. Eine andere Methode um die vertikale Verteilung des Brustgewebes auszumachen ist es die Form der Brust in Relation zu der Position der Brustwarze zu setzen. Brüste mit großer vertikaler Ausdehnung sind klar tropenförmig. Die Brustwarze befindet sich in der unteren Hälfte des Tropfens.  Brüste die eher schanzenförmig aussehen oder Brüste bei denen die Nippel in der oberen Hälfte sitzen haben mehr Volumen im unteren Bereich. 

Quetschbarkeit des Brustkorbs/Lungenvolumen: Diese beeinflusst maßgeblich das Maß des UBUs. Dickere Frauen haben oft mehr Gewebe am Brustkorb und brauchen daher oft kleinere UBBs (Unterbrustbänder) als ihre Maße vermuten lassen. Sie sind also quetschbar. Muskulöse oder sehr schlanke Frauen haben dagegen oft wenig Gewebe, das sich quetschen lässt. Sie fühlen sich öfters mit UBBs wohler die gleich oder sogar größer als ihr UBU ist. Lungenvolumen spielt häufig ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn es um das Messen des UBUs geht. Viele Rechner verlangen, dass man ausatmet beim messen. Ausdauersportler aber haben ein weitaus größeres Lungenvolumen als andere Menschen. Wenn so jemand ausatmet und misst wird der Umfang deutlich geringer sein, als bei anderen Menschen. 

Konsistenz des Gewebes: Menschen haben unterschiedliche Verhältnisse von Drüsen- zu Fettgewebe in der Brust. Manche Brüste sind daher fester als andere. Weiche Brüste können stärker komprimiert  werden. Meine weichen Brüste stören mich zum Beispiel gar nicht wenn ich auf dem Bauch schlafe. Weiche Brüste tendieren dazu aus Plunges herauszufließen und verlieren gerne mal den Kampf gegen die Körbchenkonstruktion. Außerdem verändern sich Brüste im Verlauf des Lebens zum Beispiel während und nach der Menopause.  

Empfindlichkeit: Manche Menschen ertragen auf Grund verschiedener Erkrankungen (z.B. Fibromyalgie), wegen einer Operation oder des Alters keine engen Bändern. Anderen dagegen entlockt ein enges Band nur ein müdes Lächeln. 

Persönliche Präferenz: Menschen mögen unterschiedliche Dinge und legen unterschiedliche Maßstäbe an. Manche mögen enge UBBs, manche nicht. Manchen ist Ästhetik wichtiger als Funktionalität, machen nicht. 

Schwanger/Stillend: Hier habe ich selbst keine Erfahrung, aber Brüste verändern sich rasant in der Schwangerschaft und danach. Brüste die zum Stillen genutzt werden, verändern Größe und Konsistenz ja fast stündlich. Einen wunderbaren Text zur Thematik hat Nyad im Busenfreundinnenforum verfasst: Entwicklung der Brust in Schwangerschaft und Stillzeit

Marken/Modelle: Gleichzeitig sollten auch nicht vergessen werden, dass Marken und selbst Modelle der selben Marke unterschiedlich ausfallen. Ich trage in Ewa Michalak zum Beispiel meist 34E (aber auch 32F) in Freyas auch gerne mal 30G.

Das ist eine verkürzte Darstellung und natürlich . Sicherlich könnte mensch zu jeder dieser Variablen noch einen eigenen Blogpost verfassen. Außerdem können die Faktoren natürlich interagieren. 

Habe ich, eurer Meinung nach, irgendetwas vergessen? 

MiaRose bloggt seit Ende 2011 auf Drüber&Drunter. Neben Brafitting schlägt ihr Herz für sinnvolle/lose Diskussionen, gutes Essen, Jugendliteratur und allerlei anderes popkulturelles Gedöns. Ihre aktuellen Maße sind (94) 97 (96)-73-101. Ihren Vorstellungspost findet ihr hier: Me, myself and I.

Sonntag, 24. November 2013

D/E: Neue Autorin an Bord/ New author joined in

English below.

Liebe drüber & drunter Lesende,

ab heute gibt es auch von mir auf d&d etwas zu lesen und ich freue mich, dabei zu sein! Meine Leidenschaft für schöne Unterwäsche war schon immer vorhanden, wurde aber jahrelang von einem Gefühl der Frustration begleitet, weil ich dachte, dass es für mich keine passenden BHs geben würde. Im letzten Jahr kam – vermutlich überrascht euch das wenig, werden sie hier doch desöfteren erwähnt – dank der Busenfreundinnen die Kehrtwende, ich entdeckte meine BH-Ausgangsgrößen und das überwältigende Angebot der britischen und polnischen Hersteller in meinem Größenbereich.

Was sind denn meine BH-Ausgangsgrößen fragt ihr euch vielleicht? Und wieso nenne ich das überhaupt Ausgangsgröße und nicht einfach BH-Größe? Zunächst: Ich trage meist 30GG oder 32G bei britischen Herstellern und 65G-I bzw. 70F-H bei interkontinentalen Herstellern. Wie ihr v.a. bei den Größenangaben zu den interkontinentalen Herstellern sehen könnt, gibt es große Schwankungen, wie die BHs ausfallen. Ist das Unterbrustband eher dehnbar oder nicht, wie groß oder klein fallen die Körbchen aus. All das spielt mit rein, weswegen ich nicht sagen möchte, dass ich eine bestimmte BH-Größe trage, sondern eben eine BH-Ausgangsgröße.

Seit letztem Jahr haben im Rücken hochrutschende Unterbrustbänder und vorn herausfallende Brüste also endlich ein Ende. Schluss mit ständigem Nachjustieren meiner Brüste im BH. Her mit den gut sitzenden und dazu auch noch ausgesprochen hübsch anzusehenden Büstenhaltern (und dem neuen Selbstvertrauen)! Bei meiner Lingerie-Leidenschaft konnten endlich ungehemmt die Sicherungen durchbrennen und hier ist sie:


Meine BH-Sammlung

Zumindest der Teil, der mir momentan passt. Nicht dabei sind schätzungsweise 20-25 BHs, die mir entweder nicht mehr passen oder nicht mehr gefallen und zur Zeit in einer Schublade ihr Dasein fristen müssen. Auf Seidenpapier gebettet versteht sich! ;)


Erkennt ihr einige der BHs auf dem Foto? Zu welchen BHs würdet ihr euch eine Rezension wünschen? Und: Wieviele BHs befinden sich denn in eurer Sammlung, falls ihr eine habt?

Anja ist seit November 2013 mit dabei. Eigentlich Diplom-Psychologin hat sie nach ihrem Studium erst einmal ihre Leidenschaft für Lingerie und die richtige Passform zum Beruf gemacht und arbeitet derzeit als Bra-Fitterin. Ihren Vorstellungpost findet ihr hier: Neue Autorin an Bord. Seit Juni 2014 schreibt Anja auch ihren eigenen Blog: Everyday Boudoir.

Sonntag, 17. November 2013

D/E: Evollove New Beauty + Bright Flight

Heute möchte ich euch eine relativ junge australische Marke vorstellen: Evollove. Die Marke gehört zur Bendon Gruppe, zu der unter anderem auch Pleasure State und Fayreform gehören, die ebenfalls BHs im DD+-Bereich anbieten. Beide Marken sind in Europa jedoch schwer zu bekommen. Evollove gibt es unter anderem bei Enamora, Asos und Figleaves. Die Evollove BHs sind günstig und sollen wohl eher jüngere Frauen ansprechen,  das Design ist oft bunt und verspielt. Das Größenspektrum ist mit BHs im Bereich 30-38 D-G eher durchschnittlich. Es gibt außerdem KEIN FF. Ich habe im Netz nur wenige Reviews gefunden und diese waren doch eher durchwachsen. Allerdings konnte ich nicht widerstehen als ich im Sale bei Asos wieder über die Marke stolperte. Viele Größen waren schon ausverkauft aber ich konnte mir den Bright Flight in 30G (durch Fehlen des FF-Körbchen eigentlich UK-Größe 30FF) und den New Beauty in 32G (UK-Größe 32FF) schnappen. 

Bevor ich ins Detail gehe, noch ein paar Worte zu meinen Brüsten. Ich habe weiche Brüste mit viel Volumen im oberen Bereich, die mitteltief auf meinem Torso sitzen und eng zusammenstehen. Außerdem habe eine mittelbreite Brustbasis. Meine Größe schwankt zwischen 30FF und 32FF. Mein am besten passender BH ist ein Cleo Marcie in 32F.


Nun aber zu den BHs. Der Bright Flight in 30 G ist nicht nur eigentlich ein 30 FF, sondern fällt zu allem Unglück auch noch kleiner aus. Ich würde sagen 1/2 bis 1 Körbchen. Das UBB ist größengetreu. Er ist mir dadurch sowohl im UBB etwas zu klein und deutlich zu klein im Körbchen. Die Bügel sind mittelbreit und das Körbchen eher flach. Der Halt ist sehr gut, die Brüste werden etwas angehoben, jedoch wenig zur Mitte gebracht. Die Träger sind leider nur zur Hälfte regulierbar. Die Qualität ist okay, die Nähte sind sauber vernäht, aber am Steg stehen Fäden ab, wie mensch im Detailfoto sieht. Mehr kann ich leider nicht sagen, da der BH zu klein ist.





Der New Beauty (anderswo unter Beauty Blaze zu finden) hat mir auf der ersten Blick sehr gut gefallen. Princess Blue ist ein leuchtendes Kornblumenblau und der BH passt mir auf den ersten Blick auch gut.
Das UBB ist größengetreu und das Körbchen ein knappes 1/2 Körbchen kleiner.
Der Halt ist sehr gut, die Brüste werden etwas angehoben, allerdings kaum zur Mitte gebracht. Die Form ist rund. Der Steg liegt an, was mich doch überrascht hat. Ich vermute, dass passiert, da meine weichen Brüste in dem BH Ausweichmöglichkeiten haben und zur Seite gedrückt werden, beziehungsweise die weiche Spitze sich auch zu einem gewissen Maße meinen Brüsten anpasst. Der Ost-West Look hält sich allerdings in Grenzen.
Der BH hat von den Messwerten eher breite Bügel, die jedoch sehr wenig flexibel sind. Zusätzlich läuft der Bügel steil aus und nicht wie bei Cleos in Form eines 'Nike'-Hakens. Durch den Verlauf und die Steifigkeit des Bügels ist der BH trotz der Maße nicht für Frauen mit einer breiten Brustbasis geeignet.
Der BH hat einen dreiteiligen Schnitt und ist doch eher bedeckend, aber es ist kein Full Cup. Ich hoffe, dass mensch auf dem Bild mit dem Shirt sehen kann, wo der Cup endet.
Die Spitze ist weich und anschmiegsam, jedoch sind die Nähte auf der Innenseite unsauber verarbeitet.
Ich wäre geneigt den BH auf Grund des hohen Tragekomforts und der tollen Farbe zu behalten, allerdings habe ich ein großes Problem mit den Trägern. Sie sitzen zu weit außen und schneiden dadurch in die Achseln, was auf Dauer schmerzhaft ist.

Der Bh ist sicher einen Blick wert für Frauen mit einer mittelbreiten Brustbasis, mit Volumen im mittleren Bereich, die einen bequemen BH für jeden Tag brauchen. Mehr als 35 Euro würde ich allerdings auf Grund der Verarbeitungsmängel nicht dafür ausgeben. 



Kennt ihr die Marke? Spricht sie euch an? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

MiaRose bloggt seit Ende 2011 auf Drüber&Drunter. Neben Brafitting schlägt ihr Herz für sinnvolle/lose Diskussionen, gutes Essen, Jugendliteratur und allerlei anderes popkulturelles Gedöns. Ihre aktuellen Maße sind (94) 97 (96)-73-101. Ihren Vorstellungspost findet ihr hier: Me, myself and I.

Freitag, 15. November 2013

Link-Tip: der BH-Lounge Blog, heute "Schwestermodelle"

Ihr könnt euch vielleicht an das Interview erinnern, das MiaRose Ende letzten Jahres mit Anne-Luise geführt hat? (Falls nicht, hier noch mal zum Nachlesen: BH-Lounge Teil 1 + Teil 2) - Anne-Luise hat sich vor einem Jahr als Bra Fitterin in Hannover selbstständig gemacht, ihr Projekt heißt die "BH Lounge" . Seit September schreibt sie auch einen Blog, den ihr unter


findet und auch direkt über Blog Lovin' abonnieren könnt.

Nun gibt es extrem wenige Frauen, die sowohl über praktische Erfahrung im Live-Fitten als auch den theoretischen Hintergrund der Busenfreundinnen verfügen - und schon deswegen möchte ich euch den Blog sehr ans Herz legen. Wir auf drüber&drunter haben eine sehr ähnliche Herangehensweise ans Thema und wir freuen uns sehr, daß wir nun noch eine neue Perspektive in der deutschen Blogosphere begrüßen dürfen. (An der Stelle auch noch mal ein Hinweis an die anderen beiden Bra Fitting Blogs, denocte's Kurvendiskussionen und BraBerliner's Gynäkomastie-Blog)

Apropos familiäre Beziehungen:
Der neueste Beitrag auf dem BH Lounge-Blog ist eine Erklärung der Begrifflichkeit Schwestermodelle, die in der Kategorie BH Lexikon gepostet worden ist. Ich gehe daher mal davon aus, daß das eine Reihe wird. Yey! :)

Ganz im Ernst, das ist wirklich total hilfreich. Gerade wenn man sich nur in der Online-Community herumtreibt, verliert man oft den Bezug dazu, wieviel eine Frau, die sich noch nie damit beschäftigt hat, über das Thema BH-Anpassung weiß, nämlich meistens nicht sehr viel. Nun ist nicht nur das Thema an sich schon ziemlich komplex, häufig werden Infos dazu auch so vorgetragen, daß man erst mal nur Bahnhof versteht: Brötchen? Orange im Glas? Buchstabenphobie? WHAT?!!

Im Lauf der Zeit, mit fortschreitender Theoretisierung und Analyse von Bra Fitting und Passform, haben sich bei den Busenfreundinnen immer mehr Fachbegriffe etabliert, die für den Laien z.T. völlig unverständlich sind. Regelmäßig festzuhalten, was nun was bedeutet ist aber nicht nur für eine Außenstehende wichtig, die sich zum ersten Mal mit BH-Passform und richtiger Größe beschäftigt, sondern auch zur Selbstvergewisserung notwendig: nur so kann man überprüfen ob Theorie und Praxis überhaupt noch übereinstimmen oder man theoretische Versatzstücke mit sich herumschleppt, die praktisch längst widerlegt wurden. (In eigener Sache: auch wir haben in letzter Zeit wieder ein bißchen an unserem Glossar gebastelt.)

Aber ich drifte schon wieder ab. Noch eine weiter Anmerkung zum Thema "Basiswissen":
Im Oktober hat Anne-Luise schon eine kleine Reihe zum "Pink October" veröffentlicht, zu dem auch ein Beitrag zum Brust-Abtasten gehört, den ich euch wärmstens empfehlen möchte: Brustkrebsvorsorge auf dem Sofa – eine Anleitung

Habt ihr auch manchmal Probleme mit dem BF-Vokabular?
(Fragen sind übrigens jederzeit willkommen... :))

http://blog.bhlounge.de
BH Lounge - Endlich passende BHs
Brafitting und Passformberatung in Hannover
Website: http://www.bhlounge.de
Blog: http://blog.bhlounge.de
Twitter: http://twitter.com/bh_lounge

Freitag, 8. November 2013

OT: 50 Shades of Nude - Foundation und Diversity


“Winter is coming”… und die Catchphrase macht das auch nicht wirklich besser. Zumal sie im Frühjahr deutlich witziger ist, denn streng genommen ist nach dem Winter natürlich vor dem Winter und Winter ist am schönsten, wenn er noch weit weg ist. Finde ich. Wie dem auch sei… langsam ist das schöne bunte Laub verschwunden und die Tage werden kurz und zu kalt ist es sowieso – also ist es kaum noch zu leugnen daß wir in der kalten Jahreszeit angekommen sind. Spätestens jetzt wäre es an der Zeit, sich mit der Anschaffung von Anschaffung von neuen Winteraccessories über das Unvermeidliche zu trösten. Konsumkick gegen Herbstdepression.

Neben Mütze, Schal und Handschuhen steht bei mir jedes Jahr noch ein weiteres “Drüber-Item” auf der Anschaffungsliste:  die “Winterfoundation”, also ein (Flüssig-)Make-Up, das mich durch die kalte Zeit begleiten und erst unter Beimischung der Sommerfarbe und irgendwann pur einen ebenmäßigen Teint vorgaukeln wird – aller Heizungsluft, Kälte und fehlender Sonne zum Trotz. Also habe ich etwas gemacht, was ich schon seit fast zwei Jahren nicht getan habe: Kosmetikblogs gelesen und Swatches (Farbklekse) gegoogled, denn so ein Foundation-Kauf will gut recherchiert sein. Winking smile

Neben der Problematik von Textur, Deckkraft und Verträglichkeit stellt sich für mich vor allem die unerfreuliche Frage nach der passenden Farbe. Ich habe eine – in meinen Augen für mitteleuropäische Verhältnisse nicht außergewöhnlich seltene – Hautfarbe, die im Sommer relativ schnell auf ein mittleres Gold-Gelb bräunt, im Winter aber auf Wandfarbe mit ausgeprägt gelbem Unterton ausbleicht. Dummerweise ist offensichtlich vorgesehen, daß mein Hauttyp stets sommerbraun zu sein hat, denn mit fortschreitender Blässe wird es immer schwieriger ein halbwegs passendes Makeup zu finden:  Je heller die Haut, desto weniger verzeiht sie eine falsche Nuance und auf meiner Haut wirkt  dann irgendwann alles einfach nur noch rosa, selbst die neutraleren Beige-Töne.

Eigentlich kein Wunder, denn der deutsche Markt scheint auch im Bereich Foundation auf das altbewährte Prinzip “One fits all” zu setzen – üblicherweise findet man im Drogerie-Regal vier bis sechs Nuancen eines Make-Ups, die anscheinend mehr oder weniger auf gut Glück zusammengestellt werden und in der Regel im mittleren Farbspektrum rangieren; wer also hellere oder dunklere Haut hat oder eine andere Farbnuance benötigt, der guckt in die Röhre. Hurra Diversity! 

Ist es nicht schön, wie man bei jedem beliebigen Thema auf die Diskrepanz zwischen dem normalverteilten Mainstream-Angebot und den individuellen Bedürfnissen der konkreten Einzelperson zu sprechen kommen kann?

foundationquest
Weite Teile meines aktuellen "Malkastens"

Sonntag, 3. November 2013

BH-Passform-Probleme: Orange im Glas - Reloaded

Bei den Busenfreundinnen wurde diese Woche über einen “Klassiker der BHlogie” diskutiert: die Orange im Glas.

Der Begriff stammt aus der polnischen Bra-Fitting-Bewegung und ist ein Bild für ein Passform-Problem, das erst einmal nach einem zu großen Körbchen aussieht: der Stoff wirft Falten, die Brust füllt den BH nicht aus. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, daß der Bügel auf der Brust und nicht daneben verläuft – er ist zu schmal, als daß die Brust überhaupt ins Körbchen hineinkommen könnte. So wie eine Orange, die am Rand eines Glases hängenbleibt. Oder in meinem Fall ausnahmsweise mal eine Avocado.

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OiG heute mal anders: Avocado inna Tasse
Erst wenn der Bügel breit genug ist, um wirklich um die ganze Brust herumzuführen, läßt sich feststellen, ob das Körbchenvolumen hinkommt oder zu groß bzw. evtl. sogar zu klein ist. 
(Siehe dazu auch einen früheren Beitrag von MiaRose: Orange im Glas. Eine super Veranschaulichung dazu findet ihr auch bei der BH-Lounge unter Passformprobleme / 3. Bild.)

Soll heißen, die Orange im Glas beschreibt ein Kompatibilitätsproblem das auf einem zu schmalen Bügel beruht. Im klassischen Fall sieht das etwa so aus:

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Grün = Brustbasis, Gelb = Bügel | Ist ein bißchen spooky geworden...
naja, durch Zeitnähe zu Halloween noch verzeihbar, oder?

Das Grüne soll die Brustbasis sein, also der Bereich auf dem die Brust angewachsen ist. Die gelben Ringe sind die Bügel, die deutlich zu schmal sind um die Brust zu umschließen.

Der Modellfall der “OiG” von dem lange ausgegangen wurde, waren die unpassenden Schnitte im Bereich der ungefitteten A- und B-Cups, beispielsweise bei einer 75A, die zu groß wirkt, obwohl sie eigentlich schon zu klein ist: wegen der zu schmalen Bügel kann das Körbchenvolumen nicht genutzt werden, der BH liegt ein bißchen wie ein Hütchen auf der Brust. Bei einem engeren, ausreichend stützenden Unterbrustband würde jedoch sofort auffallen, daß das Cup noch zu klein ist. Häufig ist eine britische 30D für eine angebliche 75A-Frau die deutlich bessere Wahl. 

Nun kann das Phänomen der zu schmalen Bügel natürlich auch in jedem anderen Größenbereich auftreten; ein ehemals schon oft von Maria genanntes Beispiel sind Brüste, die seitlich nicht deutlich definiert sind sondern eher sanft auslaufen. Vor allem bei dicken Frauen ist es manchmal nicht so klar, wo das Brustgewebe aufhört – gerade da ist es wichtig, daß die Bügel breit genug gewählt werden, sonst wird der Bügel vom Gewebe nach außen gedrückt und piekst in den Arm oder die Achsel. 

Die Erwartungshaltung, ein BH sei zu groß, ist übrigens nichts was nur Frauen mit kleinen Brüsten haben, Stichwort Buchstabenphobie. Der zu probierende BH wird dann oft nur schnell übergestülpt – wirft Falten? Na, dann muß er wohl zu groß sein! 

Nun rutschen größere Brüste aber selten von selbst an Ort und Stelle, häufig muß noch “nachsortiert” werden. Daher ist der scharrende Griff hinter den Bügel und das ordentliche Anheben der Brust wirklich unbedingt notwendig um eine OiG auszuschließen. (Zum richtigen Anziehen siehe bspw. den 7 Punkte Plan)

Neben der klassischen Orange im Glas gibt es jedoch auch noch eine - sagen wir mal -  Unterform, der ich selbst lange keine Beachtung geschenkt habe, obwohl sie mir beim Live-Fitten häufiger begegnet ist.
Angenommen eine Beispielfrau trägt bei Elomi eine 38GG, möchte aber unbedingt einen Panache-BH probieren und versucht eine 38GG im Andorra – Fazit: viel zu klein. Nach mehreren Versuchen wäre man dann bei irgendwas absurdem wie einer 38J angekommen, weil alles andere zu klein war. Die Bügel der 38J sind aber nun so lang, daß sie die arme Beispielfrau förmlich aufspießen. Zusätzlich bleiben die Körbchen unten leer und die Bügel drücken auf den Bauch.

Ein möglicher Grund dafür ist, daß die Brust zwar oben die Bügelbreite braucht, die Bügel selber aber zu tief und U-förmig sind um richtig unter die Brust zu passen. Ich hab das schon mal vor zwei Jahren in einem kurzen Beitrag zu “Warum BHs nach unten rutschen” erwähnt. Mittlerweile – dank mehr Praxiserfahrung – glaube ich, daß das häufiger vorkommt als ich damals gedacht hätte. 

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Bügel ist unten zu schmal für die eher breite Brustbasis.

In diesem Beispiel ist das Körbchenvolumen eher zu groß als zu klein – der unten verschenkte Platz muß ja oben irgendwie ausgeglichen werden. Dh. wenn der BH oben keine Brötchen macht ist das Volumen eigentlich schon zu groß. Gemessen an der klassischen Variante ist das eigentlich schon fast eine umgekehrte Orange im Glas.
Winking smile
Anzeichen dafür ist auch, daß man bei einem passenden Schnitt im Körbchen wieder runtergehen kann. (Beispiel Elomi) 

Leider kann ich in anderen Größenbereichen noch nicht mit Ideen dienen; theoretisch sind Bügel von Bravissimo, Curvy Kate, Fantasie und Freya alle ein bißchen mehr häkchenförmig (“Nike-Swoosh”) als die sehr U-förmigen Panaches/Cleos. Es gibt aber auch viele Fälle, in denen der Wechsel von Panache auf andere Marken auch nichts bringt.  Sobald es da was Neues gibt, werde ich berichten. Bzw. wenn ihr was dazu wißt:immer her mit den Infos!)

Lange Rede, kurzer Sinn: die richtige Bügelbreite und –form ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt beim Brafitting. Zum Thema Bügel gibt es passenderweise auch einen ganz neuen Gastbeitrag bei Lingerie Addict, Bra Wires 101 – A Basic Guide by Lyzzy Beswick.


Wie kommt ihr mit euren BH-Bügeln klar?
Schon mal eine Orange im Glas erlebt?